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Mut zum Frieden

Trauerrede Friedenssommer 2026

Liebe Trauergäste,

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er wird uns fehlen. Der Sozialstaat wird uns sehr fehlen. 77 Jahre lang war er unser Begleiter, sorgte dafür, dass es in dieser Gesellschaft ein wenig gerechter zuging. Er hat dazu beigetragen, dass diese Gesellschaft überhaupt zusammengehalten hat.

Weil die Hälfte unseres Haushalts für Rüstung ausgegeben wird, können wir uns jetzt keinen Sozialstaat mehr leisten.

Was ist das Grundgesetz ohne Sozialstaat noch wert? In dem es heißt: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Wo bleibt die Würde, wenn Rentner Pfandflaschen sammeln und Alleinerziehende entscheiden müssen, ob sie von dem wenigen Geld, was ihnen bleibt, wohnen oder einkaufen gehen?

Es wird kein Vertrauen in einen Staat geben, der nicht auch unsere Interessen, die Interessen des Volkes vertritt. Demokratie kann und wird nur mit dir funktionieren, ohne dich wird sie nicht sein.

Liebe Trauergemeinde,

es wird kalt werden in Deutschland. Eiskalt. Das Elend wird immer sichtbarer auf unseren Straßen sitzen. Obdachlose und Bettler werden das Stadtbild prägen. Die Kriminalität wird steigen, wenn der Kampf ums Überleben härter wird.

Sozialstaat, du hast dich um unser Land, um unsere Demokratie verdient gemacht. Wir werden dich in guter Erinnerung behalten.

Mit dir begraben wir heute:
die Demokratie, die Meinungsfreiheit, das Völkerrecht, Diplomatie und Vernunft, die Gesundheitsversorgung, Rente, Pflege, Kultur und Bildung, unseren Wohlstand.


Soziale Gerechtigkeit, liebe Trauergäste, kommt nicht von allein. Sie ist das Ergebnis von politischem Kampf. Und unser Kampf beginnt heute. Der Sozialstaat ist tot. Es lebe der Sozialstaat!

Sabine Tscharntke 07/2026